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Neu!

Übersetzung der Urkunde mit der ersten Erwähnung Beendorfs

Nach umfangreicher Recherchearbeit durch Hartmut Schulze ist Folgendes dazu ermittelt worden:

  • Oben dargestelltes Dokument stammt aus dem Kloster St. Liudgeri Helmstedt. Es ist nunmehr im Kloster Werden vorhanden. Der heilige Liudger (* um 742 bei Utrecht; † 26. März 809 bei Billerbeck) war Missionar und Gründer des Klosters Werden sowie des Helmstedter Klosters St. Ludgeri. Die Beziehung zwischen beiden Klöstern bestand noch bis 1802.
  • In der Unterlage RHEINISCHE URBARE II. BAND, Urbare von Werden 9.-13. Jhdt., PUBLIKATIONEN DER GESELLSCHAFT FÜR RHEINISCHE GESCHICHTSKUNDE, BONN 1906 (Stadtbibliothek Köln), Herausgegeben von Rudolf Kötzschke steht im Kapitel VI. "Heberegister des Klosters St. Liudger vor Helmstedt, aus der Zeit Abt Wilhelms" auf Seite 168-169 unter § 1 Fronhofsamt Ingersleben der sauber lesbare Text in Altlatein:

Territorium. In Occidental Ingerslove habet III mansos et subvillicus unum ad prebentam suam, de quo serviet fratribus quarter in anno, sicut superioris territorii subvillicus. De ipso vero territorio, quicquid utilitatis evenerit, ex integro dabit.

Ad ipsum territorium pertinent in eadem villa XXIIII mansi et dimidius. Ex his duo integre solvent servitium. Tredecim autem porcos minores, quorum uniuscuiusque precium est XXVIII den. et maldaria et bracia et oves cum agnis, ut in superiori villicatione prescriptum est. Novem vero mansi unusquisque eorum V sol solvit, qui tamen omnes similes esse deberent superioribus XIII. Dimidus vero mansus solvit XXX den.

Pertinent etiam ad ipsum territorium in Bertenslove VIIII mansi, quorum quisque III sol solvit excepto uno, qui IIII sol solvit. In Tueleven mansus unus VII sol solvit. In Grewigge II sol. In Emdale XVIII den. In Wreningge X sol. In Gaseslove unum sol. In Banenthorpe V sol. In Annenthorpe sive, in Bodenselen unum sol, in Pozemesthorpe XVI den. In Arreslove duos mansos quos tradidit in concambium domnus abbas Bernhardus pro aliis mansis, quos tradidit ad ecclesiam Imen XII solsolventes, quorum IIII pertinent ad mel fratrum. Pro manso vero uno in Tviflinge tradidit quidam Anno nominee de ipsa villa ministerialis ducis Heinrici duce consentiente in concambium alium mansum in Ronstide solventem VI sol.

  • Unter Vermittlung von Dr. Günter Szibor aus Beendorf hat Dr. Tilo Moshagen aus Helmstedt diesen altlateinischen Text übersetzt. Hier seine Fassung:

Das Territorium von Alleringersleben hat drei Höfe und einen Verwalter als Abgabenpflichtigen, von dem dient den Brüdern (Mönchen) ein Viertel im Jahr, ebenso der Verwalter des herrschaftlichen Territoriums. Von diesem wahren Territorium wird er alles geben, was als Ertrag erbracht wird.

Im selben Territorium befinden sich in diesem Dorf 24 Höfe und ein halber Hof. Von diesen bezahlen 2 die ganze Abgabe. 13 bezahlen jedoch kleine Schweine, der Preis für jedes beträgt 28 Pfennige und Korn und Schenkel (Schinken) und Schafe mit Lämmern, wie es in der herrschaftlichen Verwaltung vorgeschrieben ist. 9 Höfe, von denen einer 5 Schillinge zahlt, sind alle gleich groß und schulden dem Herrn 13 Schillinge. Der halbe wahre Hof zahlt 30 Pfennige.

Es befinden sich auch im gleichen Territorium in Bartensleben 9 Höfe, von denen jeder 3 Schillinge bezahlt, außer einem, der 4 Schillinge bezahlt. In Twelven (Wüstung bei Marienborn) bezahlt ein Hof 7 Schillinge, in Graui 2 Schillinge, in Emdale (Wüstung bei Behnsdorf) 18 Pfennige, in Wreningen (Wüstung bei Behnsdorf) 10 Schillinge, in Grasleben 1 Schilling, in Beendorf 5 Schillinge, in Annendorf (Wüstung westlich v. Calvörde) ebenso, in Böddensell 1 Schilling, in Bossendorf (Wüstung bei Hörsingen) 16 Schillinge.

In Erxleben hat Herr Abt Bernardus 2 Höfe im Tausch gegeben für andere Höfe, die er der Kirche Ehmen (bei Wolfsburg) übergeben hat, im Wert von 12 Schillingen, von denen 4 zum Wohl der Brüder zufließen. Für einen Hof in Twieflingen hat ein gewisser Anno aus dem Ministerialdorf des Herzogs Heinrich mit dessen Zustimmung 6 Schillinge im Tausch für einen anderen Hof in Runstedt (wüst geworden durch Tagebau Helmstedt) übergeben.

(Währungseinheiten: Im Originaltext ist von „den“ = Dinar und „sol“ = Schilling die Rede. Dinare entsprechen auch der Währungseinheit Pfennige. Ein Schilling sind 12 Pfennige)

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  Am 9. Februar 2018 in der "Volksstimme":

 

Bernhard Becker

geb. 26.03.1879 Beendorf/Kreis Neuhaldensleben,
gest. 05.07.1961 Haldensleben,
Lehrer, Heimat- und Goetheforscher.

 

Becker war der Sohn eines Barbiers aus Beendorf. Nach dem Besuch der Volksschule (1886–94), der Präparandenanstalt Quedlinburg (1894–97) und des Lehrerseminars in Halberstadt (1897–1900) wurde Becker zunächst als Lehrer in Eimersleben (1900–05) angestellt. Danach war er zwei Jahre als Lehrer in einem deutschen Waisenhaus in London tätig. Hier heiratete er die Tochter eines Magdeburger Kaufmanns, die in London als Erzieherin arbeitete. 1907 kam Becker nach Deutschland zurück und übernahm eine Lehrerstelle an der Volksschule in Egeln/Kreis Wanzleben. Von 1909 bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand im Jahr 1952 wirkte Becker als Lehrer an der Schule in Beendorf. Von großer Bedeutung für seine erzieherische Tätigkeit war sein persönlicher Kontakt mit dem Schulreformer und Sozialpolitiker Berthold Otto in Berlin. Becker übernahm u. a. die Anwendung der “Altersmundart” bei der Erziehung der Kinder. Er pflegte auch seine literarischen Interessen. Durch die Beziehungen zum Berthold-Otto-Kreis wurde er auch mit der literarischen “Charon-Schule” und ihren Vertretern bekannt. Auch das Plattdeutsch blieb ihm immer vertraut, so daß er zur Erforschung des heimatlichen Dialektes seinen Beitrag leisten konnte. Becker war zudem als “Landlehrer im Dienste der Vorgeschichtsforschung” tätig. Die Ausgrabungen in den Gemarkungen seiner engeren Heimat führten zu bedeutenden Ergebnissen, die in Fachkreisen hoch bewertet wurden. Auch seine Goetheforschungen und seine Goethe-Beireis-Ausstellung 1930 in Helmstedt fanden in der Fachwelt Anerkennung. Als Theaterhistoriker lieferte Becker einen wichtigen Beitrag über die Anfänge der Kur- und Bade-Theater in Deutschland. Neben seiner vielfältigen wissenschaftlichen Tätigkeit, deren Erträge Becker zumeist in Heimatblättern publizierte, war er lange Jahre Vorsitzender des Lehrervereins An der oberen Aller. Zu seinen Ehren erhielt die Schule in Beendorf 1994 den Namen “Bernhard-Becker-Schule”.

 

Werke:

  • Goethes Reise nach Harbke und Helmstedt, 1925;
  • Geschichte des Amalienbades und des ersten Badetheaters in Preußen, 1927;
  • Der Landlehrer im Dienste der Vorgeschichtsforschung, in: Mannus. Zs. für Vorgeschichte, 7. Erg.-Bd., 1929

Quelle:

  • http://www.uni-magdeburg.de/mbl/Biografien/0001.htm

Geschichte von Beendorf

Ein Abriss nach Bernhard Becker

Dass die Gegend um Beendorf schon in allerfrühester Zeit bewohnt war, beweist ein Altsteinzeit-Faustkeil aus der Parkkiesgrube in Hundisburg. Steingeräte aus der Beendorfer Feldmark scheinen von nordischen Streitaxtleuten zu stammen und Keramikreste von südlichen, Ackerbau treibenden Bandkeramikern. Beide Bevölkerungsgruppen sind der Jungsteinzeit vor 4000 Jahren zuzurechnen. Aus der Bronzezeit vor 3000 bis 4000 Jahren stammen Gräberfelder, die der Vater von Bernhard Becker in der Beendorfer Feldmark entdeckt hat. Im Sandweg wurden Urnen gefunden, die der Bronze- und der Eisenzeit zuzurechnen sind.

Dem Namen nach ist Beendorf eine deutsche Siedlung. Siedlungen mit der Namensendung „dorf“ sollen sächsischen Ursprungs sein und wurden meist in der sächsischen Zeit um 800 bzw. in der fränkischen Zeit bis 900 n. Ch. geprägt. Die Endung „dorf“ kommt vom lateinischen „turba“ = Haufen. Diese Siedlungsweise wurde in jener Zeit den Einzelgehöften vorgezogen, da sie besser gegen die vordringenden Slawen zu verteidigen war.

Um 1000 n. Ch. dringen die Slawen in die Gegend vor. Es ist nicht belegt, ob sie konkret in Beendorf oder im Brunnental eine Burg oder eine Siedlung hatten bzw. ob wie vermutet im Brunnental eine Schlacht zwischen Slawen und dem späteren Römisch-Deutschen Kaiser Lothar von Süpplingenburg stattgefunden hat.

Die früheste urkundliche Erwähnung findet sich 1150 in einer Unterlage des S. Liudgeri von Helmstedt: Banenthorpe. In der ersten Silbe steckt der Eigenname Bano oder Banno. Banenthorpe heißt also soviel wie Dorf des Banno.

Offenbar war der Namensgeber von Banenthorpe der erste Grundherr von Beendorf. Dieser wurde wahrscheinlich durch das Geschlecht der Edlen von Warberg um 1200 abgelöst. Die Warberger waren die Nachfolger der Edlen von Hagen, die beim wüst gewordenen Ort Bemesthorp (etwa dort, wo sich heute der "Quellenhof" im Brunnental befindet) wahrscheinlich einen Wirtschaftshof hatten. In früheren Interpretationen ging man von einer Burg aus, was heute bezweifelt wird. Ausgrabungen im Brunnental brachten Gefäßscherben und Eisenteile aus dem Mittelalter hervor. Der Stammsitz derer von Hagen soll eine Kapelle enthalten haben und um 1200 vom Erzbischof Ludolf von Magdeburg in Schutt und Asche gelegt worden sein.

Ausgrabung der Ruine der Burgstätte BemesthorpAusgrabung der Ruine der Burgstätte Bemesthorp

1239 kam ein Zehnter von Benendhorp zum Kloster Marienthal und 1361 zum Kloster Marienberg bei Helmstedt. Des Weiteren wechselte Beendorf bzw. Teile davon zwischen den Edlen von Hadmersleben, Conrad Edlem von Warberg, Adelheid zu Schladen oder Ludolf von Warberg. 1539 wurden die Bewohner von Beendorf als Untertanen der Burg Bartensleben bezeichnet. Die Reformation wurde 1554 eingeführt. 1564 gehörte das Dorf Hans von Veltheim und seinem Bruder. 1685 brannten Pfarre und Schule ab. Zur Zeit des Königreiches Westphalen 1807 – 1813 gehörte Beendorf zum Kanton Helmstedt.

Ein (nicht ganz ernst gemeintes) Gedicht von Hans.-J. Radl:

Der Gründer des Dorfes kam nicht mit Mercedes, das sagt schon der Name, er kam per pedes,

vermutlich mit Kindern, mit Frau und Huhn und beschloss, da erst mal auszuruhn.

Seine Blicke schweiften durch die Gegend. Er dachte, das Land ist gut gelegen.

Hier könnte man sein Haus hinbaun und ringsherum 'nen Gartenzaun.

Gesagt - getan, schon ging es los, die Arbeit sie war riesengroß.

Bretter sägen, Steine backen, für den Ofen Hölzer hacken,

Dächer decken, Fenster dran, damit man auch mal gucken kann.

Dann war das Häuschen endlich fertig. Da stand es nun, zwar mittelwertig,

doch das war egal, und er nicht krank, drum baut er noch ne Gartenbank.

Da saß er drauf und fing an zu denken: "Wie kann man hierher einen Nachbarn lenken,

mit dem man auch mal klönen kann, und woher bekommt die Tochter 'nen Mann?"

Verdrossen ging er aus dem Garten und sprach: "Ich kann nicht länger warten!"

Er schnappte Essensack und Speer und ging nach Helmstedt, da wohnte schon wer.

Da traf er diesen und traf jenen und konnte auch einige überreden,

sich zu 'nem Dorf zusamm' zu schließen und die Natur von dort zu genießen.

Nun gingen sie los, der Weg war weit. Es war sehr kalt, es hatte geschneit.

Und auf dem Wege diesem kalten begann man sich zu unterhalten:

"Wie soll das Dorf denn eigentlich heißen? Walddorf, Allerdorf oder gar Kneißen?"

"Nein das geht nicht, guckt uns an, mit Füßen wandern wir heran.

Drum lasst uns auf die Beene weisen. Der Ort soll künftig Beendorf heißen!"

Das hat auch allen eingeleuchtet, drauf hab'n sich sich flugs angefeuchtet

mit Schluck aus Helmstedter Detille. Dann wars drei Tage erst mal stille.

Danach da hatte keiner Ruh', sie bauten Haus und Stall dazu.

Die einen bauten groß und mächtig, die andern eher mittelprächtig.

So wuchs das Dorf, es wurde schön, vom Allergrund wars schon zu sehn.

(Hier das gesamte Beendorf-Gedicht)