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Archäologie

 Archäologische Funde an der Baustelle der Vererdungsanlage

Bericht von Hartmut Schulze:

Wegen der Nähe der Baustelle der Vererdungsanlage zum Sandweg (ca. 200 m), an dem der Beendorfer Lehrer und Heimatforscher Bernhard Becker ab 1928 Grabungen durchgeführt und umfangreiche Funde gemacht hatte, schien es mir sinnvoll, die Baustelle einmal näher in Augenschein zu nehmen. Am 28. April fiel mir eine Stelle auf, an der mehrere schwarze Steine freigelegt waren.

Ich bin nur archäologischer Laie, und somit kann ich nur Vermutungen anstellen. Aber die Steine kamen mir vor wie eine prähistorische Feuerstelle und die schwarze, abkratzbare Farbe wie Ruß. Ich informierte Frau Dr. Barbara Fritsch, Gebietsreferentin Archäologie des Landkreises Börde, vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt per Email über meine Beobachtungen. Frau Dr. Fritsch bat mich nach Scherben oder ähnlichen Artefakten sowie Knochen zu suchen. Daraufhin untersuchte ich am 5. Mai den Bodenaushub, der zu Wällen rund um die Anlage zusammengeschoben war und fand innerhalb einer Viertelstunde zahlreiche flache Stücke, die mit meinem laienhaften Blick gegebenenfalls Scherben sein könnten. Auch hierüber informierte ich Frau Dr. Fritsch und sandte ihr die entsprechenden Fotos. Mir waren darüberhinaus noch mehrere dunkle Stellen auf einer flach planierten Fläche in der Anlage aufgefallen, hinter denen ich ebenfalls eventuelle Feuerstellen vermutete.

Am 9. Mai kam Frau Dr. Fritsch persönlich vorbei und untersuchte sowohl meine Funde als auch die Baustelle. Leider waren die oben abgebildeten Steine wegen des Baufortschrittes inzwischen zugeschüttet. Die anderen dunklen Stellen identifizierte Frau Fritsch als natürliche Erscheinungen, die ggf. durch Eisenverbindungen ihre dunkle Farbe erhalten hatten. Von meinen Funden waren die meisten Stücke flache Steine natürlichen Ursprungs. Drei Stück jedoch wurden von Frau Fritsch als "vormittelalterliche Scherben" bezeichnet. Ich hatte tatsächlich archäologische Funde gemacht!!!

Folgende Vermutungen wurden von der Profi-Archäologin angestellt:

So nahe an der Aller hatten wahrscheinlich keine Menschen gesiedelt, da das Allertal eine Sumpflanschaft und der Fluss früher nicht so begradigt war wie heute. Die Stelle, an der Bernhard Becker seine Funde gemacht hatte, war jedoch weit genug entfernt und wahrscheinlich das Siedlungsgebiet von Menschen der Jungsteinzeit. Über die Jahrtausende sind von dort gegebenenfalls Scherben bergab in Richtung Aller gespült worden, oder ihre Lage wurde durch Ackerbau verändert. Somit ist es sehr wahrscheinlich, dass "meine Scherben" zu den Beckerschen Funden hinzugezählt werden müssten.

Laut Frau Dr. Fritsch ist es nicht erforderlich, die Bauarbeiten zu stoppen und weitere archäologische Untersuchungen durchzuführen.

Hartmut Schulze, Beendorf den 9. Mai 2019

 

Nachtrag:

Am 12. Mai fand ich noch folgende Scherben: