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Hier die Ansprechpartner:

  • Claus Hansper Tel. 039050 2344
  • Heide Friedrichs Tel. 039050 2358
  • Günter Uhlmann

„Tag der offenen Tür“ der KZ-Gedenkstätte Beendorf am 27. Januar 2019

Anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar wird die Gemeinde Beendorf, wieder einen „Tag der offenen Tür“ in ihrer zwischenzeitlich renovierten KZ-Gedenkstätte in der Grundschule „Bernhard Becker“, Rundahlsweg 7, durchführen.

Alle interessierten Bürger haben an diesem Tag in der Zeit von 15:00 bis 18:00 Uhr die Möglichkeit, sich über die Dauerausstellung der Gedenkstätte selbst sowie über die Arbeit der ehrenamtlichen Betreuer Heidemarie Friedrichs, Günter Uhlmann und Claus Hansper informieren zu lassen.

Der Historiker Dr. Björn Kooger wird an dem Tag zugegen sein und um 16:00 Uhr in einem separaten Raum einen ca. 30-minütigen Vortrag über den KZ-Zug nach Sülstorf halten, der seinen Ausgangspunkt nach der Lagerauflösung in Beendorf hatte. Die gleichnamige neue, überarbeitete Broschüre entstand unter seiner Mitwirkung.

Darüber hinaus besteht natürlich generell die Möglichkeit über eine telefonische Anmeldung, die Gedenkstätte zu besuchen (Tel. 039050-2239 oder 2344 oder 2358). Der Zugang zur Dauerausstellung der Gedenkstätte befindet sich ebenerdig zum Schulhof im rechten Seitentrakt.

Der bundesweite Gedenktag ist als Jahrestag bezogen auf den 27. Januar 1945, den Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau und der beiden anderen Konzentrationslager Auschwitz durch die Rote Armee im letzten Jahr des Zweiten Weltkrieges.

Parallel zu der Veranstaltung besteht wie auch bereits im Jahr 2017 die Möglichkeit, sich über den Bearbeitungsstand der Aufarbeitung von Beendorfs jüngerer Geschichte (Chronik Beendorf) zu informieren.

Zusammenfassung der wichtigsten Aktivitäten der Gemeinde Beendorf sowie des Beendorfer Arbeitskreises „KZ-Gedenkstätte“

2014

  • Am 01.05.2014 empfingen die ehrenamtlichen Betreuer der Beendorfer KZ-Gedenkstätte Heide Friedrichs, Günter Uhlmann und Claus Hansper eine 17-köpfige Gruppe des belgischen Verbandes ehemaliger Häftlinge des KZ Neuengamme, die im Rahmen eines mehrtägigen Deutschlandaufenthaltes einige Gedenkstätten aufsuchten. Bericht dazu hier ..., Fotos hier:Belgische Delegation auf dem FriedhofBelgische Delegation auf dem Friedhof

Fahnengruppe am MahnmalFahnengruppe am Mahnmal

 In der KZ-GedenkstätteIn der KZ-Gedenkstätte

2015

  • Zusammenarbeit mit der Walbecker Gedenkstätte, Bericht dazu hier ...

2016

  • Herantreten an den Leserobmann der Volksstimme; Kontakte zu den Büros der Bundestagsabgeordneten Renate Künast und der Bundesumweltministerin Frau Hendricks; Vorort-Zusammenkunft mit der Bundestagsabgeordneten Frau Steffi Lemke
  • Erweiterung unseres Literaturumfangs nach Überreichung von Dr. Kooger aus seinem Privatbestand und Anfertigung eines Verzeichnisses dazu
  • Verbesserung unserer Internetpräsenz auf der Web-Seite „www.beendorf.com“
  • Umfangreichere Besucherführungen
  • Fortführung der Arbeiten zur Rekonstruktion des OdF-Denkmals seitens der Gemeinde

Im Ergebnis des durchgeführten „Tages der offenen Tür“ ergab sich ein Erkenntnisgewinn zur Problematik „Umgang der Bevölkerung mit Insassen des damaligen Arbeitslagers“ und der Problematik „Arbeitsdienst auf der Schachtanlage Marie“. Daraus entstanden Beiträge im Beendorfer Chronikheft zur NS-Zeit.

Wenn auch unsere Erwartungen hinsichtlich der eingangs erwähnten BfS-Unterstützung nicht erfüllt wurden, so können wir uns doch über 3 Stelen freuen, wovon zwei über unsere Gedenkstätte(n) informieren sowie über auch uns künftig zur Verfügung stehendes neu erarbeitetes Prospektmaterial zur Historie beider Schachtanlagen. Wetterabhängig sollen die Stelen am Schacht Marie bis Ende Januar 2017 aufgestellt werden.

2017

  • Erstellung von Zusammenfassungen über unsere Gedenkstättenarbeit im Jahr 2016 und Einarbeitung unserer Arbeitsgruppe mit Kontaktdaten in die Webseite „www.beendorf.com“
  • Durchführung des "Tages der offenen Tür", den ca. 55 Besucher aus den Landkreisen Börde und Helmstedt besuchten, Einwohner benachbarter Orte unterstützten die Veranstaltung mit Leihgaben und weiteren Ausstellungsstücken
  • Aufstellung der erwähnten Stelen durch das ERA Morsleben auf Veranlassung durch das BfS
  • Schreiben an den Direktor der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt, Dr. Kai Langer, mit der Bitte um Unterstützung bei Übersetzungsleistungen einer belgischen Internetseite das KZ-Außenlager Beendorf betreffend
  • Nach nochmaliger Erklärung des Briefinhaltes und Unterstreichung, dass sich die gewünschte Übersetzungsleistung nicht nur auf die Startseite, sondern besonders auf die Häftlingsberichte bezieht, verspricht er, das auf Grund des Umfanges zu recherchieren, ggf. aufzuteilen. Er will sich dann wieder zurückmelden. Es stand auch im Raum, ggf. eine uns bekannte kostengünstige Übersetzerin zu finanzieren.
  • Telefonat mit dem Magdeburger Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten Steffi Lemke betreffs politischer Unterstützung unserer ehrenamtlichen Arbeit. Dazu wurde ihr ein Schreiben mit unseren konkreten Wünschen über ihren Büromitarbeiter zugeleitet
  • Bis auf die Bepflanzung, welche im Frühjahr 2018 erfolgen soll, erfolgten die abschließenden Arbeiten am OdF-Denkmal

2018

  • Zeitungsartikel an die Volksstimme und den Generalanzeiger betreffs Ausfall „Tag der offenen Tür“ 2018 wegen Instandsetzung der Räume. Artikel erschien in Vst. am 22.01.18 (Instandsetzung ist im Beendorfer Haushalt 2018 verankert.
  • Gemeinsame Absicherung des Gedenkstättenbesuches eines Ehepaares aus Israel mit Herrn Dr. Kooger. Die Mutter der Frau war 1944/45 Zwangsdeportierte im Beendorfer KZ-Außenlager

Inhaltsverzeichnisse der Originalakten von Dr. Kooger:

  • Inhaltsverzeichnisse hier ... Die enthaltenen Aufzählungen dienen dazu, um darzustellen, welch umfangreiche Unterlagen zur Verfügung stehen. Interessierte können sich zwecks Einsichtnahme bei den links genannten Ansprechpartnern melden.

Wie kam es zur Bildung des Arbeitskreises "KZ-Gedenkstätte Beendorf"?

Schon zu DDR-Zeiten erfolgte die Aufarbeitung der Geschichte des SS-Arbeitslagers Beendorf. Etwa 1973 wurde auf Initiative des damaligen Direktors, Herrn Rudi Wieland, von Schülern der Polytechnischen Oberschule Beendorf eine Collage erstellt. Sie ergänzte ein von Lehrern und Schülern angefertigtes Modell des KZ-Außenlagers. Die Collage und das Modell sowie einige weitere wenige Ausstellungsstücke waren der Anfang dieser Gedenkstätte.

Darüber hinaus gab es regen Schriftverkehr des damaligen Bürgermeisters der Gemeinde Beendorf, Herrn Heinz Hirschberg, mit dem sowjetischen Offizier Grigorew Jewgeni Maksimowitsch, der im Beendorfer Arbeitslager interniert war.

Erst nach der Grenzöffnung 1989 bestand die Möglichkeit, die Geschichte des Arbeitslagers Beendorf, einer Außenstelle des KZ Neuengamme, tiefgründig aufzuarbeiten. Das geschah im Rahmen einer geförderten Arbeitsbeschaffungsmaßnahme der Gemeinde Beendorf durch den Diplom-Historiker Herrn Björn Kooger im Zeitraum 1994 bis 1996. Seine Ausarbeitungen führten mit Hilfe von Fördermitteln zu dem Ausstellungskonzept und dem neu gestalteten Raum der Gedenkstätte. Das zur DDR-Zeit angefertigte Modell des KZ-Außenlagers Beendorf wurde darin integriert. Nach dem Tod von Herrn Wieland am 10.12.1996 führte die Gedenkstätte ein Schattendasein, in dessen Folge die zur DDR-Zeit angefertigten Collagen dem optischen Verfall preisgegeben waren.

Erst als sich im Jahr 2012 ehrenamtliche Beendorfer Bürger erneut der Gedenkstätte widmeten und die erwähnten Collagen zum Vorschein kamen, wurden sie überarbeitet und in die Ausstellungsräumlichkeiten integriert. Unter anderem wurde versucht, Unterstützung durch das Bundesamt für Strahlenschutz als Betreiber der Schachtanlagen Bartensleben und Marie zu erhalten, was jedoch letztendlich aus vielerlei Gründen scheiterte. So war es vor allem das persönliche Engagement von Claus Hansper, Heide Friedrichs und Günter Uhlmann, seit 2013 die Räumlichkeiten in der Grundschule Beendorf so herzurichten, wie sie heute als KZ-Gedenkstätte besichtigt werden können.

Eine Zusammenfassung der Historie des SS-Arbeitslagers Beendorf kann hier heruntergeladen werden

(gekürzte Fassung einer Ausarbeitung von Claus Hansper).